Veranstaltungen

Plätze in Deutsch­land
– 1950 und heute
Ausstel­lungskat­a­log

Plätze in Deutsch­land
– 1950 und heute
Ausstel­lungskat­a­log

Plätze in Deutsch­land
– 1950 und heute
Ausstel­lungskat­a­log

Bonn alt

Aktuell

Der öffentliche Raum in unseren Städten ist nicht nur ein Fachthema von Architekten und Stadtplanern. Der öffentliche Raum ist Teil des Lebensraumes unserer Gesellschaft und damit eine zutiefst öffentliche Frage. Dieser Band dokumentiert die Wanderausstellung Plätze in Deutschland 1950 und heute,die das Deutsche Institut für Stadtbaukunst 2013 bis 2016 zeigte. Unterstützt wurde die Ausstellung mit einem Aufruf von Dr. Rolf-E. Breuer und 22 Vertreternaus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Den Fotografien von heutigePlatzsituationen in deutschen Städten sind Ansichten aus der Zeit um 1950 gegenüber gestellt. Auf einen Blick wird evident, wie sehr selbst nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges viele Plätze noch einen geschlossenen und urbanen Charakter aufwiesen – und dass die heutige missliche Situation weniger den Kriegsschäden als vielmehr den Zerstörungen durch Planung geschuldet ist. Dies sollte ein Ansporn zu einem besseren Städtebau und einer besseren Stadtarchitektur an unseren Plätzen sein.
Diese wunderbare Ausstellung zeigt uns sehr deutlich, wie wir die öffentlichen Räume unserer Städte in der Zeit nach 1945 zugerichtet haben. Sie ist ein wichtiger Beleg dafür, dass wir auf dem Irrweg sind, wenn wir Planungsaufgaben einseitig auf ausschließlich technokratische Sachzwänge ausrichten. In den vergangenen 60 Jahren war es die Forderung nach der (Auto-) Verkehrsgerechtheit unserer Städte, die diese Einseitigkeit beschrieb. Heute sind es andere zum Teil berechtigte Belange, die die Planungen unserer Straßen und Plätze bestimmen. Ich hoffe, es wird uns künftig gelingen, unter Wahrung dieser unzweifelhaft berechtigten Anspruchslagen, Fragen der Stadtgestalt, der Stadtverträglichkeit und der Aufenthaltsqualität für die Bewohner und Besucherinnen der Stadt wieder stärker in Vordergrund zu stellen. Hier sind wir als Städte und Gemeindengefordert, denn der öffentliche Raum ist und bleibt unser ausschließliches Handlungsfeld.
Uwe Bodemann
Stadtbaurat der Landeshauptstadt Hannover, Hannover, im Juni 2015
Plätze sind der Inbegriff des Urbanen. Sie sind Räume, in denen sich die gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer Facettenhaftigkeit zeigt. Als Knoten im Netz der Stadt prägen sie städtebauliche Strukturen und bringen Menschen zusammen, die sich sonst nietreffen würden. Diese »magnetische Kraft« der Plätze ist aber vielerorts neutralisiert und scheinbar versiegt, nämlich dort, wo der Eingriff in das urbane Gefüge von Raum und Gesellschaft meist zugunsten des Verkehrs trennend, abstoßend, letztlich zerstörendwirkt. Öffentlicher Raum verdient seinen Begriff nur dann und nur dort, wo urbane Qualitäten intuitiv erlebbar sind, dort, wo man bleiben möchte, wenn man vorbeifährt,und nicht wegfahren möchte, wenn man  dort ist. Nicht alles war, wie es auf einen ersten Blick auf die Bilder der Ausstellung vielleicht scheint, früher besser. Und nicht allesmuss überall so sein, wie es früher einmal war. Aber wir  können es sicherlich mit ein wenig Intuition viel besser gestalten.
Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk

Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München, München, im Juli 2015