Zuhause am Tempelhofer Feld
Visualisierungen Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
Die Diskussion um das Tempelhofer Feld ist festgefahren. Der Ideenwettbewerb vom letzten Sommer hat trotz oder wegen der Bürgerbeteiligung keine überzeugenden Konzepte hervorgebracht - kein Bild evoziert, keine Begeisterung ausgelöst, keinen Aufbruch, sondern Ratlosigkeit. Unter breiter, am Ende aber doch nicht repräsentativer Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern wurde wieder unterschätzt, um welche Dimension von Stadtentwicklung, um welche Chancen für Berlin und seine vielfältige Stadtgesellschaft es hier geht.
Bietet das weite Feld nicht ausreichend Platz für Landschaft und Neubau, für Wohnen und Arbeiten, für Erholung und Gewerbe? Allzu lange schon verstellt das Entweder-Oder die Aufforderung zu beherztem Stadtbau. Offensichtlich litten die Wettbewerbsbeiträge unter einer ebenso überfrachteten wie uninspirierten Auslobung, sodass schließlich niemand davon zu überzeugen war, welchen Gewinn die Stadtökologie und Stadtökonomie, die Berlinerinnen und die Berliner durch einen kleinherzigen Plan auf riesigem Gelände erwarten können.
Der Beitrag von Hans Kollhoff und Tobias Nöfer versteht sich als Großer Plan, der die Qualitäten vertrauter Berliner Quartiere in Erinnerung ruft und auf selbstverständliche Weise weiterdenkt.
Das Konzept wurde im vergangenen halben Jahr als Beitrag zu den politischen Debatten um das Wohnen in Berlin erarbeitet und am 20. Mai 2026 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Tobias Nöfer arbeitet seit vielen Jahren im Vorstand des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst.